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Spielfest auf dem Gurten, 16. Juni 2005

Von Schiller stammt der bekannte Satz, dass der Mensch nur da ganz Mensch ist, wo er spielt. Schiller dachte bei diesem Satz ganz bestimmt nicht an Computerspiele, auch nicht an das so genannte spielerische Lernen, dessen Zweck darin besteht die Schüler über die Tristesse des trockenen Lernens hinwegzutäuschen.

Schiller dachte an eine Art Gesellschaftsspiel, ein Spiel in dem die Akteure der Gesellschaft sich durch ihr gelungenes Zusammenspiel zur schönen Kunst erheben. Auf unsere Schule bezogen würde das heissen, dass unsere Schule nur dann optimal funktionieren kann, wenn das Zusammenspiel von Lehrkräften, Kindern und Eltern gelingt. Gelingt dieses Zusammenspiel nicht, dann sind wir in der Umkehrung des Schillerschen Diktums eben nur halbe Menschen.

Es braucht ein wenig Mut, einen Gesamtschulanlass mit allen Schülerinnen und Schülern von den ersten bis zu den neunten Klassen zu planen. Ein Anlass, an dem die ganz kleinen und die ganz grossen Schülerinnen und Schüler die gleichen Spiele spielen. Kann ein solches Gesellschaftsspiel überhaupt gelingen?

Am 16. Juni 2005 machten sich alle Klassen des Schulkreises Kleefeld gestaffelt auf den Weg zum Gurten. Einige Klassen gingen zu Fuss, einige mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Alle hatten aber das gleiche Ziel, die grosse Wiese auf dem Gurten. Auf der Wiese wurden die ankommenden Schülerinnen und Schülern von Elternratsmitgliedern und anderen Eltern, die die verschiedenen Spielposten bereits weitgehend aufgebaut hatten, erwartet. Da nicht alle Kinder gleichzeitig bei einem Posten sein konnten, verbrachten die anderen Kinder ihre Zeit in der Fun-Zone, die das Kinderatelier freundlicherweise eingerichtet hatte.

Bis am Nachmittag verbrachten die Schülerinnen und Schüler ihre Zeit bei den verschiedenen Spielposten. Es gab folgende Posten: Wasserstaffel, Erbsenbahn, Rugby-Kick, Weitwurf, Sackhüpfen, Fallschirm-Flug, Erbsensauger und Frisbee-Zielwerfen. Für die Mittagszeit wurden zwei Grillplätze vorbereitet. Die meisten Schüler, Eltern und Lehrkräfte hatten an diesem Tag viel Spass. Spielen mit Kirschsteinen und Kartoffelsäcken ist vielleicht nicht ganz so cool wie eine Partie Moorhuhnschiessen auf dem zweitneusten Handy, aber vielleicht eben doch befriedigender und unterhaltender.

Ich gratuliere den beteiligten Eltern, Roger Bigler, meinen Kolleginnen und Kollegen und den Schülerinnen und Schülern zum gelungenen Anlass. Ich wünsche uns allen weiterhin viel Mut und Energie auf dem Weg zum Gesellschaftsspiel Schule Kleefeld. Und wenn uns das Gesellschaftsspiel nicht immer so gut wie auf dem Gurten gelingen sollte, so erinnere ich daran, dass Schiller in seinen Briefen zur ästhetischen Erziehung des Menschen nicht von der Realität, sondern von Idealen gesprochen hat.

18. Juni 2005, A. Wiedmer